Studie: Positives Apothekenimage mit Schattenseiten

Nach einer Studie (Health Care Monitoring 2008) des Marktforschungsinstituts Psychonomics Köln, zum Schwerpunkt „Zukunft der Apotheke“, werden diese von den Bürgern als fachkundige und leicht erreichbare Berater in Gesundheitsfragen wahrgenommen.

Generell bewertet die Bevölkerung die Leistungen der 21.500 inhabergeführten Apotheken als „ausgezeichnet“ oder „sehr gut“. Dabei verfügen rund 75 Prozent der Deutschen über eine regelmäßig besuchte Stammapotheke. Die Bundesbürger sind mit ihrer Apotheke sogar zufriedener als mit ihrem Hausarzt oder auch der eigenen Krankenkasse. In Deutschland lassen sich 65 Prozent der Bürger bei kleineren gesundheitlichen Beschwerden zuerst in einer Apotheke beraten. In einer vorherigen Umfrage aus dem Jahr 2003 waren es nur 56 Prozent gewesen.

Entscheidend bei der persönlichen Apothekenwahl ist allerdings deren räumliche Nähe, gefolgt von der wahrgenommenen Kunden- und Serviceorientierung sowie der fachlichen Kompetenz. Apotheken, die ihre Kundenbindung aber vorwiegend über die räumliche Nähe erzielen, sind besonders anfällig für die Konkurrenz im eigenen Umfeld.

Auch wenn das Apothekenimage überwiegend positiv ist, habe es auch seine Schattenseiten. In den Augen der Bundesbürger, wird die Apotheke nicht nur als kompetenter Rückhalt, sondern auch als Zahlstelle in einem verworren erlebten Gesundheitssystem wahrgenommen. Für die Bürger zeigt sich dies besonders in den steigenden privaten Gesundheitsausgaben.

Aus der Befragung ging zudem hervor, dass die Bevölkerung das Bild der Apotheken als wohltuende „Oasen der gesundheitlichen Besserung“ immer weniger wahrnimmt. Stattdessen würden sich die Apotheken in belanglose „Abgabestellen“ für Medikamente wandeln. Die stetig fortschreitende Liberalisierung des deutschen Apothekenmarkts (Stichworte: Aufhebung des Fremdbesitzverbots, Bildung von Apothekenketten) und die damit einhergehende Industrialisierung des Apothekenmarkts könnte solche vorhandenen Ambivalenzen noch deutlich verstärken.

An der Umfrage des Marktforschungsinstituts Psychonomics nahmen 1.500 Bundesbürger ab 16 Jahren teil. Befragt worden sind sie zu ihrem Gesundheitsverhalten und ihren gesundheitsrelevanten Einstellungen.

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