Studie: Arzneimittelausgaben stiegen im Jahr 2007 auf 28 Milliarden Euro

Der Verband Forschender Arzneimittelhersteller (VFA) in Berlin, gab in einer Studie bekannt, dass die Krankenkassen im Jahr 2007 mehr Geld für Arzneimittel ausgaben als 2006. Demzufolge steigen die Ausgaben um 1,6 auf insgesamt 28 Milliarden Euro. Verantwortlich für den höheren Verbrauch von Medikamenten sei eine älter werdende Gesellschaft und die Anhebung der Mehrwertsteuer Anfang 2007, so die Begründung.

Im Auftrag des VFA war die Studie (Arzneimittel-Atlas) vom Berliner IGES-Institut erstellt worden. So verordneten die Ärzte im letzten Jahr etwa 35 Milliarden Tagesdosen. Daraus ergibt sich ein Anstieg von 5,8 Prozent im Vergleich zu 2006. Dabei erhöhte sich die Anzahl der Verschreibungen hauptsächlich im Bereich der Volkskrankheiten wie z.B. Herz-Kreislauferkrankungen.

Der Chef des IGES-Instituts, Bertram Häussler betonte in diesem Zusammenhang, dass bei vielen Krankheiten ein gesteigerter Verbrauch zu begrüßen sei. Die Versorgung der Patienten würde sich dadurch verbessern, was wiederum zu einer Senkung der Sterblichkeit bei den Herz-Kreislauferkrankungen führt. In den letzten 40 Jahren senkte sich die Sterblichkeitsrate um mehr als 50 Prozent. „ Die Versorgung mit Arzneimitteln hat dazu wesentlich beigetragen“,so Häussler.

Der regionale Vergleich zeigt, dass sich die Anzahl der Verordnungen in den einzelnen Bundesländern stark unterscheidet. In Hamburg wurden 2007 im Durchschnitt jedem Versicherten 32 Tagesdosen Lipidsenker verordnet, während es in Mecklenburg-Vorpommern 52 waren.

Die Wissenschaftler des IGES-Instituts sehen den Grund für derartige Unterschiede im erhöhten Verbrauch beim Übergewicht und in der Arbeitslosigkeit. So seien die Bürger in Mecklenburg-Vorpommern deutliche häufiger fettleibig und arbeitslos. Besonders die Arbeitslosigkeit begünstige die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, wodurch vermehrt Lipidsenker zum Einsatz kommen.

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