Rabattverträge: Generikahersteller massiv unter Druck

Anfang Juni sollen die jüngst ausgeschriebenen Rabattverträge der Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) starten, welche mit erheblichen Preisnachlässen verbunden sind. Die AOK-Rabattverträge sollen für 63 sehr häufig verschriebene Wirkstoffe im gesamten Bundesgebiet gelten. Ersten Schätzungen zufolge, ist bei den betroffenen Wirkstoffen mit einer Preis- und Umsatzreduktion von 50 bis 60 Prozent auf den Herstellerabgabepreis zu rechnen, welcher bei bisherigen Rabattverträgen bei 5 bis 20 Prozent lag.

Für die AOK bedeuten die neuen Rabattverträge für 2009/2010 ein Einsparpotenzial von jährlich 500 Millionen Euro, so der Stellvertretende Vorstandsvorsitzende der AOK, Christopher Hermann. Angesicht der hohen Anzahl an Versicherten (insgesamt 24 Millionen) beim Marktführer der Krankenkassen, können es sich Generikafirmen nicht erlauben, bei derartigen Ausschreibungen nicht teilzunehmen und bieten deshalb für ausgewählte Substanzen sogar bis zu 90 Prozent Rabatt.

Im Jahr 2007 erbrachten die 63 ausgeschriebenen Wirkstoffe einen Umsatz von etwa 2,2 Milliarden Euro, was rund einem Drittel der gesamten Generika-Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen entsprach. Somit kann davon ausgegangen werden, dass weitere Generika-Umsätze von mehr als einer Milliarde Euro bedroht sind. Dies würde insbesondere dann gelten, wenn sich entsprechende Rabatte im gesamten GKV-Markt (Markt gesetzlicher Krankenversicherung) durchsetzen. Analysten vermuten sogar, dass die Gewinnspanne der Generikahersteller massiv unter Druck geraten. Nach Meinung des Betapharm-Chefs Michael Ewers, werden auch die anderen Krankenkassen solche Rabattverträge machen müssen, wenn die Politik erkennt, wie viel Einsparungen damit verbunden sind.

Nach Angaben des Marktforschungsunternehmens IMS Health sind bereits 63 Prozent, also doppelt so viel wie im Jahr 2008, des Generika-Segmentes „rabattgeregelt“. Bisher sind die gesetzlichen Krankenkassen zu weiteren Äußerungen jedoch nicht bereit. Der Bundesverband der Betriebskrankenkassen (BKK) und die Deutsche Angestellten-Krankenkasse (DAK) erklärten dazu lediglich, dass nicht nur Rabatte, sondern auch die Versorgungsqualität und die Auswahlmöglichkeit bei Nachahmerprodukten ebenso wichtig seien.

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