Diclofenac-ratiopharm Gel eignet sich zur äußerlichen unterstützenden symptomatischen Behandlung von Schmerzen bei akuten Zerrungen, Prellungen oder Verstauchungen im Bereich der Gliedmaßen bedingt durch stumpfe Traumen (z.B. Sportverletzungen).
Für den Organismus sind Schmerzen lebensnotwendig, da sie zum Schutzsystem des Körpers gehören und ein wichtiges Warnsignal darstellen. Schmerzen werden wahrgenommen, wenn es zu einer Störung oder Schädigung des Gewebes kommt, z.B. durch eine Prellung, Verbrennung oder Schnittverletzung. Dabei kommt es zur Freisetzung so genannter Schmerzstoffe, welche aus den geschädigten Zellen abgesondert werden. Einige dieser körpereigenen Substanzen wirken schmerzerzeugend, andere erhöhen wiederum die Empfindlichkeit der Schmerzrezeptoren. Diese so genannten Schmerzfühler befinden sich auf der Haut, auf den Schleimhäuten, in Geweben und Organen. Die Schmerzrezeptoren sind meist freie Nervenenden. Sie nehmen die Schmerzreize auf und leiten diese über Nervenfasern an das Gehirn weiter. Sind die Impulse in der Großhirnrinde angekommen, werden die Schmerzen bewusst wahrgenommen und lokalisiert.
Neben dem System, welches den Schmerz an das Gehirn übermittelt, verfügt der Organismus auch über ein schmerzhemmendes System. Dieses System reduziert bzw. unterbricht die Weiterleitung der Schmerzimpulse, wodurch die Schmerzwahrnehmung nahezu komplett ausgeschaltet wird. Dafür setzt der Körper bestimmte Botenstoffe frei, die schmerzhemmend wirken. Diese werden hauptsächlich in Notsituationen (z.B. nach einem Unfall, bei extremen sportlichen Betätigungen) und nur für kurze Zeit ausgeschüttet, damit der Betroffene handlungsfähig bleibt.
Dabei treten besonders Zerrungen, Prellungen und Verstauchungen bei der Ausübung einer sportlichen Aktivität auf. Die typischen Sportverletzungen entstehen häufig durch Fehlbelastungen, wodurch Gelenke, Sehnen, Muskeln und Bänder geschädigt werden. Oft verbunden mit Begleitsymptomen wie Schwellungen und Blutergüsse, die Belastungs- und Bewegungsschmerzen verursachen. Prellungen entstehen durch eine Verletzung des Unterhautfettgewebes, ausgelöst durch Schläge oder Stürze. Mit der Folge, dass aus den kleinsten Äderchen Blut austritt, wodurch sich ein Bluterguss im benachbarten Gewebe bildet. Dies führt zu Bewegungseinschränkungen und stärkeren Schmerzen.
Dagegen entstehen Zerrungen und Verstauchungen durch eine Fehlstellung, indem sich z.B. das Kniegelenk verdreht oder das Fußgelenk umknickt. Damit verbunden ist oft eine Überdehnung von Bändern und Sehnen, was wiederum zu Schwellungen und Blutergüssen führt. Bei starken Schmerzen ist es jedoch ratsam einen Arzt aufzusuchen, da es zu Verletzungen der Bändern kommen kann, wodurch die Gelenke mit der Zeit instabil werden können.
Sollte es dennoch passieren, dass sich ein Gelenk überdreht oder der Fuß umknickt, mindert eine sofortige Kühlung der betroffenen Körperpartie die Entstehung einer Schwellung und eines Blutergusses. Zur Senkung der Schmerzen helfen Präparate mit dem Wirkstoff Diclofenac (z.B. Diclofenac-ratiopharm Gel). Diese Arzneimittel wirken schmerzlindernd und entzündungshemmend, indem die Botenstoffe gehemmt werden, die die Schmerzreaktion auslösen.
Verschlimmern sich die Beschwerden oder bleibt eine Besserung nach 3 Tagen aus, ist es erforderlich einen Arzt aufzusuchen.
Hinweise: Diclofenac-ratiopharm Gel darf nicht angewendet werden bei bekannter Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff Diclofenac, Acetylsalicylsäure, andere nichtsteroidale Antiphlogistika (entzündungshemmende Mittel), Propan-2-ol (Isopropylalkohol) sowie Propylenglycol oder einen der sonstigen Bestandteile. Das Arzneimittel darf nicht über einen längeren Zeitraum und großflächig im letzten Drittel der Schwangerschaft angewendet werden. Auch darf eine Anwendung bei Jugendlichen und Kindern nicht erfolgen. Ebenso darf Diclofenac-ratiopharm Gel nicht auf offenen Verletzungen, Entzündungen oder Infektionen der Haut, sowie auf Ekzemen oder auf Schleimhäuten angewendet werden. Diclofenac-ratiopharm Gel ist nur mit Vorsicht anzuwenden, wenn auf nicht-steroidale Entzündungshemmer oder Schmerzmittel bei einer früheren Anwendung z. B. mit Asthmaanfällen, Hautreaktionen oder akutem allergischem Schnupfen überempfindlich reagiert wurde. Beim Vorliegen von Asthma, chronischen bronchienverengenden (obstruktiven) Atemwegserkrankungen, Heuschnupfen oder Nasenschleimhautschwellungen (so genannte Nasenpolypen), besteht eher die Möglichkeit (als bei anderen Erkrankungen), dass auf Rheumamittel (nicht-steroidale Antirheumatika) mit Asthmaanfällen, örtlicher Haut- oder Schleimhautschwellung (so genanntes Quincke-Ödem) oder Nesselsucht (Urtikaria) reagiert wird. Diclofenac-ratiopharm Gel sollte im ersten und zweiten Schwangerschaftsdrittel nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung, welche durch den Arzt erfolgt, angewendet werden. Dies ist unbedingt zu beachten, da keine ausreichenden Erfahrungen über die Anwendung des Arzneimittels beim Menschen vorliegen. Im letzten Schwangerschaftsdrittel darf Diclofenac-ratiopharm Gel nicht über längere Zeit und großflächig angewendet werden, da nicht-steroidale Entzündungshemmer wie Diclofenac zu einer Wehenhemmung und einer Erhöhung der Blutungsneigung bei Mutter und Kind führen können. Eine Anwendung des Arzneimittels in der Stillzeit sollte nach Möglichkeit vermieden werden, da Diclofenac in geringen Mengen in die Muttermilch übergeht. Bei Kindern und Jugendlichen darf Diclofenac ratiopharm Gel nicht angewendet werden, da für diese Personengruppe keine ausreichenden Erfahrungen vorliegen. Der Arzt oder Apotheker ist zu informieren, wenn andere Arzneimittel eingenommen/angewendet werden bzw. bis vor kurzem eingenommen/angewendet wurden, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt. Bisher sind bei bestimmungsgemäßer Anwendung von Diclofenac-ratiopharm Gel keine Wechselwirkungen bekannt geworden. Dennoch sollte der behandelnde Arzt darüber informiert werden, welche Medikamente gleichzeitig angewendet werden, bzw. bis vor kurzem angewendet wurden. Beim Bedienen von Maschinen und der Verkehrstüchtigkeit sind keine besonderen Vorsichtsmaßnahmen erforderlich. Der sonstige Bestandteil Propylenglycol kann Hautreizungen hervorrufen. Das Arzneimittel sollte nur auf intakte Hautflächen (nicht auf Hautwunden bzw. offenen Verletzungen) aufgetragen werden. Diclofenac-ratiopharm Gel sollte nicht mit Augen und Schleimhäuten in Berührung kommen.
Nebenwirkungen: Unter der Anwendung von Diclofenac ratiopharm Gel kann es häufig zu lokalen Hautreaktionen wie z. B. Jucken, Brennen, Hautrötungen, Hautausschlag, auch mit Pustel- oder Quaddelbildung, kommen. Gelegentlich können Überempfindlichkeitsreaktionen bzw. lokale allergische Reaktionen (Kontaktdermatitis) auftreten. Bei großflächiger Nutzung von Diclofenac-ratiopharm Gel auf der Haut und längerfristiger Anwendung, kann nicht ausgeschlossen werden, dass Nebenwirkungen die ein bestimmtes Organsystem oder auch den gesamten Organismus betreffen, wie sie unter Umständen nach systemischer Anwendung Diclofenac-haltiger Arzneimittel (z. B. Einnahme von Tabletten) auftreten können. In Einzelfällen wurde über das Auftreten von Magen-Darm-Störungen, generalisierten Hautausschlag sowie Überempfindlichkeitsreaktionen in Form von Angioödem und Atemnot berichtet. Der Arzt oder Apotheker ist zu kontaktieren, wenn eine der aufgeführten Nebenwirkungen das Wohlbefinden erheblich beeinträchtigt oder Nebenwirkungen bemerkt werden, die nicht in der Gebrauchsinformation aufgeführt sind.
Diclofenac-ratiopharm Gel ist in der Apotheke und Versandapotheke erhältlich.
Thema: Schmerzen veröffentlich am Freitag, 05. Dezember 2008
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