Apothekenmarkt im Umbruch

Betriebswirtschaftliches Know-How wird immer wichtiger
Das Tempo, mit dem sich öffentliche Apotheken mit Änderungen im Gesundheitsmarkt konfrontiert sehen, hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Viele neue Regelungen – Filialisierung, Zulassung des Versandhandels oder das Arzneimittelneuordnungsgesetz (AMNOG) – haben dazu beigetragen, dass die finanzielle Basis für selbständige Apotheker prekärer geworden ist. Wer sich jedoch frühzeitig mit betriebswirtschaftlichen Kenntnissen wappnet, kann nach wie vor erfolgreich eine eigene Apotheke leiten.

Nach Angaben der ABDA hatte im vergangenen Jahr die typische Apotheke in Deutschland einen Jahresumsatz von 1,5 Millionen Euro – das gilt für rund 15 Prozent der Apotheken. Knapp 30 Prozent machen weniger Umsatz und 55 machen mehr. Über die Fünf-Millionen-Grenze kommen dabei 1,4 Prozent der Apotheken. Für dieses Jahr hat die Treuhand Hannover ermittelt, dass erstmals seit langem sogar wieder mit absoluten Rohertragszuwächsen in den Apotheken zu rechnen ist. Doch werden diese leicht durch die zusätzlichen personellen Belastungen – gerade ist eine Erhöhung der Angestelltengehälter in der Apotheke ab Juli vereinbart worden – und durch teilweise sehr kostenintensive Verpflichtungen aufgrund der novellierten Apothekenbetriebsordnung aufgezehrt.

Wer dem etwas entgegensetzen möchte, muss rechnen können. Das heißt, die Kennzahlen in der Apotheke wie Umsatz, Rohgewinn, Wareneinsatz, Personalkosten im Griff zu haben sowie auf gute Konditionen mit dem Großhandel und eine vernünftige Preisgestaltung zu achten. Zudem gilt es, mit der richtigen Marketingstrategie Kunden zu halten oder neu zu gewinnen.
Das sind aber nicht die Fähigkeiten, die während des Pharmaziestudiums gefördert, geschweige denn gezielt gelehrt werden. Somit ist Eigeninitiative gefragt.
Wer sich im Bereich betriebswirtschaftliches Knowhow fortbilden möchte, kann das auf verschiedenen Wegen tun – durch Selbststudium anhand von Literatur, durch den Besuch von Seminaren, wie sie von Großhändlern, Treuhand oder Verbänden angeboten werden. oder durch ein berufsbegleitendes Studium. Letzteres hat den Vorteil, dass nicht nur einzelne Aspekte beleuchtet werden, sondern die Themen zwar kompakt, aber mit einer gewissen Kontinuität und aufeinander aufbauend gelehrt werden.

Neben der Universität Bayreuth, bietet ein solches Studium seit 2004 zum Beispiel die Fachhochschule in Schmalkalden (Thüringen) an. In nur zwei Semestern können Pharmazeuten dort den Abschluss als ApothekenbetriebswirtIn machen (in Bayreuth sind es drei). Inhalte des sehr praxisnah aufgebauten Studiums, das sich in Präsenzphasen und Selbstlernphasen gliedert, sind unter anderem: Allgemeine Betriebswirtschaft mit Investitionsberechnungen, wirtschaftlichen Planungen, Kennzahlen und BWA-Analysen, Marketing und Warenwirtschaft.
Praxisnah heißt dabei: selbst Berechnungen zu machen, um zu erkennen, ob etwa die Anschaffung eines Kommissionierautomaten unter gegebenen Umständen wirklich wirtschaftlich ist; betriebswirtschaftliche Analysen „lesen zu lernen“, um Probleme im Betrieb rechtzeitig zu erkennen, eigene kleine Marketingaktionen, etwa ein Kundenanschreiben zu entwickeln, oder Mitarbeitergespräche zu üben. Denn auch gute Softskill-Fähigkeiten sind für Apothekenleiter essenziell, weil nur mit motivierten Mitarbeitern ein erfolgreiches Arbeiten möglich ist.

Absolventen, die sich meist über das Studium hinaus weiter untereinander fachlich austauschen und sich auch regelmäßig in Schmalkalden zu Fortbildungen beim Alumnitreffen sehen, beschreiben daher das Studium als wichtige Weichenstellung auf ihrem Weg in die Selbständigkeit.

Eine detaillierte Beschreibung des Studiengangs findet sich unter www.fh-schmalkalden.de/apothekenbetriebswirt.html

Die Vorteile von Versandapotheken

Wer früher rezeptpflichtige oder auch frei verkäufliche Arzneimittel erwerben wollte, musste dazu zwangsläufig eine Apotheke aufsuchen. Diese Zeiten gehören der Vergangenheit an: Immer mehr Menschen kaufen nicht nur Schuhe, Elektroartikel oder Bücher, sondern auch Medikamente im Internet. Versandapotheke lautet das Stichwort. Anfänglich belächelt oder eher skeptisch betrachtet finden sich auf dem Markt mittlerweile zahlreiche Anbieter, die meist Tausende von Artikeln aus dem Bereich Gesundheit und Wellness vertreiben.

Das Prinzip der Versandapotheke funktioniert grundsätzlich wie das jedes anderen Online-Shops: Per Mausklick können die einzelnen Produkte aufgerufen und die weiterführenden Informationen dazu angesehen werden. Bei Interesse muss der Nutzer sich registrieren und in diesem Zuge seine persönlichen Daten wie Name, Adresse und Telefonnummer angeben. Die ausgewählten Artikel landen erst in einem virtuellen Warenkorb und nach erfolgter Bestellung und Bezahlung einige Tage später im Briefkasten des Kunden.

Gegenüber den Filialapotheken werben die reinen Internetanbieter oftmals mit deutlichen Rabatten – bis zu 50 oder gar 70 % können bei rezeptfreien Medikamenten eingespart werden. Oftmals gibt es eine spezielle „Schnäppchen“-Rubrik, in der Restposten oder saisonal eher irrelevante Artikel besonders günstig angeboten werden. Viele der Online-Apotheken bieten auch noch weitere Sparmöglichkeiten in Form von Gutschein- und Rabattcodes an. Die entsprechenden Bonusnummern findet man auf Internetportalen wie Gutscheinapotheke.de. Neben den eigentlichen Arzneimitteln bieten Versandapotheken zahlreiche weitere Produkte rund um das Thema Gesundheit. Dazu zählen etwa auch Körperpflegeartikel und Tierarzneien.

Was die Leistungen betrifft, stehen Versandapotheken den Filialen in nichts nach. Auch das Einlösen von Rezepten ist kein Problem: Der Kunde muss lediglich das Rezept einsenden und erhält binnen weniger Tage das benötigte Medikament. Viele Anbieter stellen dafür eigens vorfrankierte Umschläge zur Verfügung, sodass den Kunden keine Portokosten entstehen. Wünschen Kunden eine Beratung zu Gesundheitsfragen oder zu einem bestimmten Medikament, bieten viele Versandapotheken eine speziell dafür geschaltete Hotline an. An den Telefonen sitzen ausgebildete Fachleute, die sich genau auskennen und umfassend beraten können. Zur Sicherheit sollte man vor dem Kauf in der Versandapotheke auf das DIMDI-Siegel achten. Im Versandapotheken-Register des Deutschen Institut für Medizinische Dokumentation und Information werden alle seriösen Onlineapotheken aufgeführt.

Versandapotheken sind eine bequeme und oftmals auch günstige Alternative zur herkömmlichen Filialapotheke. Kunden sollten sich allerdings immer bewusst sein, dass Medikamente – auch ohne Verschreibungspflicht – nicht ohne Weiteres in Eigenregie eingenommen werden sollten. Unter Umständen bergen sie Risiken oder Nebenwirkungen, die ohne entsprechende Kenntnisse nicht ersichtlich sind. Im Zweifelsfall sollte anstelle einer bedenkenlosen Selbsttherapie ein Arztbesuch erfolgen.

Der Medikamentenabsatzmarkt „Senioren“

Der demografische Wandel zeigt uns ganz klar, dass die ältere Generation immer älter wird und unsere Bevölkerung damit eine große Verantwortung für die Versorgung älterer Menschen übernehmen muss. Dazu gehört nicht nur die missliche Lage der Pflegeversicherung, dass Pflegeheime unterstützt werden müssen, sowohl von Pflegepersonal als auch finanziell, sondern auch, dass sich der Markt dementsprechend verändert hat. Wir finden immer mehr Hilfsmittel, die den Senioren das Leben vereinfachen sollen und merken in jeder Hinsicht, dass sich der Markt an der älteren Generation orientiert. Sei es Ernährung, die Technik oder die Pharmazie – keine Generation setzt so viel Aufmerksamkeit geschenkt wie den Senioren.

Der absatzstarke Markt der Senioren-Medikamente

Gerade auf dem Medikamentenabsatzmarkt finden sich diverse Produkte und Präparate, die für den Gebrauch von Senioren ausgerichtet sind. Dadurch, dass die Menschen immer älter werden, während auch die Zahl der Krankheiten stetig zu. Krankheiten wie Krebs oder Herzprobleme sind gerade bei den älteren Generationen stark verbreitet. Das liegt daran, dass der Organismus in älteren Jahren nicht mehr so leichtfertig mit gesundheitlichen Diskrepanzen fertig wird. Als Resultat wird der Mensch krank und pflegebedürftig. Da die Zahl der alten Menschen in den letzten Jahren stark angestiegen ist, haben wir in unserer Zeit verstärkt mit Krankheiten zu kämpfen. Darauf muss die Pharmaindustrie reagieren und entsprechend Präparate auf den Markt bringen. Wie stark der Bedarf an Medikamenten für Senioren bereits ausgebreitet ist, sich während der Wirtschaftskrise gezeigt. Der Absatzmarkt der Pharmazie ist stetig gestiegen, gerade in Hinsicht auf die Medikamente, die ältere Menschen bzw. Senioren benötigen. Währenddessen konnte man fast in jeder weiteren Branche einen Rückgang der Absätze beobachten.

Der Markt wächst weiterhin

Auch in Zukunft werden wir ein weiteres Wachstum des Absatzes hinsichtlich der Medikamente für Senioren verzeichnen können. Der demographische Wandel ist noch längst nicht abgeschlossen und wird in den nächsten Jahren seinen Höhepunkt erreichen. Nicht nur, dass der Bedarf sich erhöht wird, sondern auch die Vielfalt der nötigen Medikamente wird sich ausbreiten. Informationen zur Seniorenthematik, findet man bspw. auch auf Pflege-test.de

Die Versandapotheke – im Vorteil für chronisch Kranke

Die Versandapotheke setzt sich in der heutigen Zeit immer mehr gegen die klassische niedergelassene Apotheke durch. Da weniger Kosten durch Mieten für teure Geschäftsräume und Personal entstehen, kann die Versandapotheke oft günstigere Preise und attraktive Angebote bieten. Hierdurch spart der Kunde, ohne Qualitätseinbußen hinnehmen zu müssen. Im Gegenteil, auch der Service einer Versandapotheke steht die eine niedergelassene Apotheke in nichts nach. Es besteht die Möglichkeit der Beratung über Email oder Telefon, die genauso kompetent durchgeführt wird wie in der Apotheke um die Ecke. Die bestellten Medikamente werden zeitnah, unkompliziert und kostenlos geliefert.

Vor allem für chronisch Kranke ist die Versandapotheke attraktiv: Da sie ihren Bedarf an Medikamenten genau kennen und meist keine Spontankäufe tätigen müssen, können sie auf lange Sicht planen und so von den Angeboten und Möglichkeiten der Versandapotheke profitieren. Abgesehen von einer Lieferung der Medikamente direkt vor die Haustür zu günstigen Preisen, bieten viele Versandapotheken auch umfangreiche und aktuelle Informationen zu den gängigen Krankheitsbildern. Der Kunde kann sich also über aktuelle Forschungsergebnisse zu seiner Erkrankung immer auf dem Laufenden halten, ohne aufwändig im Internet zu suchen oder auf die Informationen von Arzt oder Apotheker angewiesen zu sein, die oftmals nur wenig Zeit für die Recherche neuer Forschungsergebnisse oder umfangreiche Erklärungen haben.

Zusätzlich zu den verschreibungspflichtigen Medikamenten, bei denen Versandapotheken häufig eine Ermäßigung der Rezeptgebühr anbieten, und verschreibungsfreien Medikamenten zu niedrigen Preisen bietet die Versandapotheke auch viele andere Produkte rund um die Gesundheit an. Von Nahrungsergänzungsmitteln über naturheilkundliche Präparate und Verbandmaterial bis hin zu Mobilitätshilfen sind viele Produkte zu finden, die in der niedergelassenen Apotheke nicht erhältlich sind oder erst bestellt werden müssten. Auch die Auswahl medizinischer Geräte wie Blutdruck- oder Blutzuckermessgeräte ist in einer Versandapotheke umfangreicher. Hier hat der Kunde die Möglichkeit, sich erst eingehend zu informieren und sich dann zu seinem favorisierten Produkt beraten zu lassen.

Die Versandapotheke bietet also eine große Produktauswahl zu günstigen Preisen und ist besonders für chronisch Kranke, die ihren Medikamenten- und Hilfsmittelbedarf langfristig planen können, sehr attraktiv.

Gesundheitsfonds: Wirtschaftskrise belastet Krankenkassen / Milliardendefizit erwartet

Die Finanz- und Wirtschaftskrise scheint auch vor den Krankenkassen nicht halt zu machen. Dennoch herrscht Uneinigkeit bei den gesetzlichen Krankenkassen, ob ein mögliches Milliardendefizit in der Krankenversicherung droht und welche zukünftigen Folgen daraus resultieren könnten.

Der Vorsitzende der AOK Rheinland/Hamburg, Wilfried Jacobs, teilte mit, dass seine Kasse für das Jahr 2009 keine Zusatzbeiträge für die 2,85 Millionen Versicherten erheben werde. Dies schließe er auch für 2010 aus, so Jacobs optimistisch. Auch wenn der Gesundheitsfonds ein Einnahmeproblem durch die Krise habe, sei dieser aber als Schutzschirm für 2009 und 2010 „eine gute Lösung“, erklärte der Vorsitzende der AOK Rheinland/Hamburg weiter.

Dagegen warnte der FDP-Gesundheitsexperte Daniel Bahr vor einem Defizit des Gesundheitsfonds für 2009. Zudem befürchtet Bahr, dass viele gesetzliche Krankenkassen möglicherweise Zusatzbeiträge von ihren Mitgliedern verlangen werden. Die Versicherten müssten nach der Bundestagswahl die „Zeche für eine verfehlte Gesundheitspolitik“ bezahlen, so die Befürchtungen des Gesundheitsexperten.

Angesichts sinkender Einnahmen und steigender Ausgaben, müsse sich die neue Bundesregierung nach der Wahl im September 2009 „sehr schnell Gedanken über eine Anhebung des Beitragssatzes machen“, meint der Vorsitzende des Ersatzkassenverbandes Vdek, Thomas Ballast. Ebenso warnt Ingo Kailuweit, Vorsitzender der KKH-Allianz, vor einer stetigen Anhäufung „finanziellen Sprengstoffs“.

Da die Warnungen vor einer bevorstehenden Finanzierungslücke nicht abreißen, rief das Bundesgesundheitsministerium die gesetzlichen Krankenkassen nun zu einer strengeren Kontrolle ihrer Ausgaben auf. Darüber hinaus forderte der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach höhere Steuerzuschüsse für das Gesundheitswesen, um Zusatzbeiträge zu vermeiden. Besonders in schweren Zeiten würden Zusatzbeiträge viele Menschen verunsichern und die Kaufkraft vermindern.

Nach den neuesten Berechnungen (vom 30.04.) des Schätzerkreises, welcher aus Vertretern der Krankenkassen, des Bundesversicherungsamts und des Gesundheitsministeriums besteht, fehle dem Gesundheitsfonds, als Folge der Wirtschaftskrise, im Jahr 2009 etwa 2,9 Milliarden Euro. Diese Summe wird nun vom Bund mit einem Darlehen ausgeglichen, welches 2011 zurückzuzahlen ist. Andererseits könnte die Finanzlücke nur durch eine Steigerung der Beitragssätze oder erhöhte Zusatzbeiträge geschlossen werden. Für das kommende Jahr rechnen Experten sogar mit weiteren Milliardenausfällen.

Rabattverträge: Generikahersteller massiv unter Druck

Anfang Juni sollen die jüngst ausgeschriebenen Rabattverträge der Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) starten, welche mit erheblichen Preisnachlässen verbunden sind. Die AOK-Rabattverträge sollen für 63 sehr häufig verschriebene Wirkstoffe im gesamten Bundesgebiet gelten. Ersten Schätzungen zufolge, ist bei den betroffenen Wirkstoffen mit einer Preis- und Umsatzreduktion von 50 bis 60 Prozent auf den Herstellerabgabepreis zu rechnen, welcher bei bisherigen Rabattverträgen bei 5 bis 20 Prozent lag.

Für die AOK bedeuten die neuen Rabattverträge für 2009/2010 ein Einsparpotenzial von jährlich 500 Millionen Euro, so der Stellvertretende Vorstandsvorsitzende der AOK, Christopher Hermann. Angesicht der hohen Anzahl an Versicherten (insgesamt 24 Millionen) beim Marktführer der Krankenkassen, können es sich Generikafirmen nicht erlauben, bei derartigen Ausschreibungen nicht teilzunehmen und bieten deshalb für ausgewählte Substanzen sogar bis zu 90 Prozent Rabatt.

Im Jahr 2007 erbrachten die 63 ausgeschriebenen Wirkstoffe einen Umsatz von etwa 2,2 Milliarden Euro, was rund einem Drittel der gesamten Generika-Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen entsprach. Somit kann davon ausgegangen werden, dass weitere Generika-Umsätze von mehr als einer Milliarde Euro bedroht sind. Dies würde insbesondere dann gelten, wenn sich entsprechende Rabatte im gesamten GKV-Markt (Markt gesetzlicher Krankenversicherung) durchsetzen. Analysten vermuten sogar, dass die Gewinnspanne der Generikahersteller massiv unter Druck geraten. Nach Meinung des Betapharm-Chefs Michael Ewers, werden auch die anderen Krankenkassen solche Rabattverträge machen müssen, wenn die Politik erkennt, wie viel Einsparungen damit verbunden sind.

Nach Angaben des Marktforschungsunternehmens IMS Health sind bereits 63 Prozent, also doppelt so viel wie im Jahr 2008, des Generika-Segmentes „rabattgeregelt“. Bisher sind die gesetzlichen Krankenkassen zu weiteren Äußerungen jedoch nicht bereit. Der Bundesverband der Betriebskrankenkassen (BKK) und die Deutsche Angestellten-Krankenkasse (DAK) erklärten dazu lediglich, dass nicht nur Rabatte, sondern auch die Versorgungsqualität und die Auswahlmöglichkeit bei Nachahmerprodukten ebenso wichtig seien.

Risiko oder Chance: Neue Vertriebswege für Arzneimittel

Vor einigen Jahren wurde das Internet noch mit großer Vorsicht genutzt, heute ist die Scheu jedoch größtenteils verflogen. Immer mehr Menschen nutzen das Angebot der Internet-, Online- bzw. Versandapotheken und ordern ihre „persönlichen“ Medikamente über das Internet. Zumal viele Anbieter mit Preisnachlässen werben, welche zum Teil 50 bis 60 Prozent unter dem normalen Apothekenverkaufspreis liegen. Schließlich gilt es aber zu klären, ob die Sicherheit bei einer Apotheke im Internet gewährleistet wird.

Grundsätzlich ist es wichtig zu prüfen, ob es sich um einen seriösen Anbieter handelt. Vertrauenswürdige Arzneimittelversender, welche verschreibungspflichtige Arzneimittel verkaufen, bestehen auf das Einsenden des Originalrezepts. Zudem unterliegen verschreibungspflichtige Medikamente einer festen Preisbindung. Daher gibt es bei den deutschen Versandapotheken keine Preisunterschiede, auch nicht zur Apotheke vor Ort. Ebenso sollte geprüft werden, ob die Internetapotheke über ein vollständiges Impressum mit Adresse der zugelassenen Apotheke, Telefon, Aufsichtsbehörde, zuständiger Apothekerkammer verfügt. Ebenso müssen Versandanbieter Fachkräfte beschäftigen, die Patienten in deutscher Sprache beraten können. Darüber hinaus dürfen nur solche Arzneimittel versendet werden, deren Kennzeichnung sowie Packungsbeilage in deutscher Sprache verfasst sind. Auch bietet eine seriöse Versandapotheke nur in Deutschland zugelassene Arzneimittel an.

Dabei ist der Arzneimittelmarkt ständig in Bewegung. So kooperieren mittlerweile auch mehrere deutsche Drogeriemarktketten und Supermärkte mit Versandapotheken. Schlecker und dm richten sogenannte Pick-up-Stellen ein, an denen sogar rezeptpflichtige Medikamente erhältlich sind. Eine notwendige Beratung durch ausgebildetes Fachpersonal findet an den Pick-up-Stellen jedoch nicht statt. Da außerdem die Gefahr hoch ist, dass die Grenzen zwischen Apotheken und Drogeriemärkten zu stark verwischen könnten, stemmt sich die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) gegen die Anerkennung von Pick-up-Stellen. Außerdem beschäftigen sich Bundesrat und Bundestag seit Monaten mit diesem Thema.

Die neuen Vertriebswege bieten eine angenehme Alternative zur herkömmlichen Apotheke, werden jedoch von vielen Verbrauchern immer noch mit Argwohn betrachtet. Besonders ältere Menschen fürchten um ihre vertraute Anlaufstelle, die auch oft ein Ansprechpartner für soziale Frage ist. Das Kölner Institut für Handelsforschung (IfH) fand zudem heraus, dass insbesondere Sicherheit, Glaubwürdigkeit und Vertraulichkeit in Frage gestellt werden. Zudem ist aus Verbrauchersicht die Kontroll- und Beratungsfunktion der Apotheken nicht zu ersetzen. In diesem Zusammenhang empfiehlt die IfH den Apotheken, weiterhin Maßnahmen zur Kundenbindung zu ergreifen und vermeintliche Preisnachteile durch gute Leistungen und Service zu kompensieren.

Arzneimittelabgabeautomat zugelassen

Vom Verwaltungsgericht Mainz wurde die Arzneimittelabgabe über einen computergesteuerten Automaten für zulässig erklärt. Mit der Begründung, dass das Betreiben einer derartigen technischen Anlage kein Verstoß gegen geltendes Recht darstelle.

Das berichtet das „Deutsche Ärzteblatt“ unter Berufung auf eine noch nicht veröffentlichte Begründung eines – nicht rechtskräftigen – Urteils des Verwaltungsgerichts Mainz. Eine Berufung zum Oberverwaltungsgericht Rheinland-Pfalz wurde zugelassen.

Die Ansicht der Mainzer Richter wird aber nicht von allen geteilt, vielmehr stellt sich das Gericht gegen die Urteile anderer Verwaltungs- und Oberverwaltungsgerichte. Ebenso hat sich die Arbeitsgruppe Arzneimittel-, Apotheken-, Transfusions- und Betäubungsmittelwesen (AG AATB) der Obersten Landesgesundheitsbehörden deutlich gegen die Nutzung solcher Automaten ausgesprochen. Dabei beziehen sich die Experten auf den „Gesundheits- und Patientenschutz“ sowie die Rechtslage. Die Nutzung solcher Automaten sei aus diesem Grund „rechtswidrig“.

Nach Angaben des Deutschen Ärzteblattes hatte ein Apotheker aus Osthofen geklagt, da ihm der Einsatz eines solchen Arzneimittelabgabeautomaten vom Land Rheinland-Pfalz untersagt wurde. Dies sei jedoch eine falsche Entscheidung, so die Auffassung des Gerichts in Mainz. Die Abgabe von Arzneimitteln durch einen Automaten verstoße weder gegen die Apothekenbetriebs- noch gegen die Arzneimittelverschreibungsordnung, so die Begründung. Zudem dürften die notwendigen Vermerke (Abholort, Abholdatum, Preis) des Apothekers, mit einem Drucker auf das Originalrezept aufgetragen werden.

Einige Verwaltungsgerichte unter anderem in Karlsruhe und Bayreuth haben jedoch gegenteilige Urteile gefällt. Sie bemängelten beispielsweise, dass Apotheker ihre Eintragungen manuell vornehmen müssten, was bei der Automatenabgabe nicht möglich sei. In zweiter Instanz kam der Bayerische Verwaltungsgerichtshof zu dem Schluss, dass Apotheker bei einer Arzneimittelabgabe durch einen Automaten ihrer nach der Apothekenbetriebsordnung obliegenden Dokumentationspflicht „nicht entsprechen“. Außerdem würden solche Automaten rezeptpflichtige Arzneimittel abgeben, ohne dass dem Apotheker die notwendige Verschreibung im Original vorliege.

Apotheker gegen Werbung für Rx-Präparate

Apotheker kritisieren die von der EU-Kommission geplante Lockerung des Werbeverbots für verschreibungspflichtige Arzneimittel.

Heinz-Günter Wolf, Präsident der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände, sprach sich für eine ausführliche Patienteninformation aus, welche aber nicht durch die Bewerbung verschreibungspflichtiger Medikamente in einer Illustrierten erfolgen dürfe. Zudem erklärte Wolf weiter, dass der Arzt über die optimale Arzneimittelbehandlung entscheide.

„Werbung ist nie objektiv. Wir Apotheker setzen uns für eine verbesserte und vor allem objektive Patienteninformation ein – bei allen Medikamenten, egal ob rezeptpflichtig oder nicht“, so der Präsident der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände. Zudem verwies er darauf, dass die Apothekerschaft unter anderem in der Koordinierungsgruppe Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) des Bundesministeriums für Gesundheit mitarbeite.

Schon im September wurde vor einer Aufweichung des Heilmittelwerbegesetzes gewarnt. Diese Warnung ging von Ärzten und Apothekern, aber auch Krankenversicherungen, Einrichtungen der Selbstverwaltung im Gesundheitswesen, Einrichtungen des Bundes und der Länder sowie Verbraucher- und Patientenorganisationen aus.

Woolworth steigt ins Arzneimittelgeschäft ein

Die Kaufhauskette Woolworth hat den Apothekenmarkt für sich entdeckt. Der deutsche Ableger der aus den USA stammenden Kaufhauskette, ist dafür eine Partnerschaft mit der in Ratingen ansässigen Versandapotheke Vitaware eingegangen.

Jedoch möchte Woolworth im Gegensatz zu den Drogerieketten Schlecker und dm keine Rezeptsammelstellen in seinen Filialen einrichten. Wie der Branchendienst „Apotheke adhoc“ und die „Lebensmittelzeitung“ melden, möchte die Versandapotheke den Kaufhauskunden vielmehr spezielle Konditionen einräumen.

Die von Apothekerin Aylin Tekcan (28) geleitete Versandapotheke belieferte bislang unter anderem das Polizei-Sozialwerk Rheinland-Pfalz. Darüber hinaus soll sie Partner des Siedlerbundes und der Franchisekette Paketeria sein. In Apothekerkreisen wurde darauf verwiesen, dass Vitaware im Sommer 2007 unter der gleichen Anschrift residierte, wie die Ratinger DocMorris-Apotheke.