Bayern: Versandhandel nur für rezeptfreie Arzneimittel

Bayern will den Versandhandel mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln unterbinden.

Der Gesundheitsminister des Freistaates, Otmar Bernhard (CSU), begründete die Vorgehensweise damit, dass Medikamente, die nur auf Rezept erhältlich sind, in die Apotheke gehören und nicht in den Supermarkt. Ebenso kündigte Bernhard eine entsprechende Bundesratsinitiative der Staatsregierung an.

Bernhard erklärte zudem, dass der seit 2004 in Deutschland zugelassene Versandhandel mit Arzneimittel zunehmend einem Versuch mit ungewissem Ausgang für die Gesundheit gleichen würde. Zudem warne das Bundeskriminalamt, dass immer mehr illegale Arzneimittel in Europa in den Handel gelangen und im Internet zum Teil minderwertige und wirkungslose Pillen oder solche mit falschem Wirkstoff angeboten werden. Der Gesundheitsminister des Freistaates stellte klar: „Nur die persönliche und fachlich fundierte Beratung in der Apotheke schützt vor bedenklichen Pillen und Pulvern aus dem Netz.“

Im Zuge dessen, fordert der CSU-Politiker die Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) dazu auf, „endlich den Schutz der Patienten und Verbraucher ernst zunehmen und den Arzneimittelversandhandel mit verschreibungspflichtigen Medikamenten in Deutschland zu unterbinden.“

Angesprochen auf die so genannten „Pick-up-Stellen“, zum Beispiel in Drogerie- oder Supermärkten, äußerte Bernhard: „Es kann nicht sein, dass anstelle des Apothekers künftig etwa ein Kioskbetreiber oder Tankwart unkontrolliert Rezepte einsammelt und die bestellten Arzneimittel ausgibt.“ Ebenso sei eine sachgemäße Behandlung und Lagerung der Medikamente zwischen Schokoriegeln und Scheibenreinigern kaum zu gewährleisten. Auch würde eine notwendige Beratung durch Fachpersonal nicht stattfinden. Außerdem werde auf langer Sicht das sichere und bewährte System der Arzneimittelversorgung mit 24-Stunden- und Notfall-Service durch öffentliche Apotheken vor Ort gefährdet.

Bayern möchte diesen Gefahren begegnen und den Versandhandel auf nichtverschreibungspflichtige Arzneimittel beschränken.

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